Streichinstrumente stimmen – leicht gemacht

Ein Service von mezzo-forte – Ihr Spezialist für Streichinstrumente

Wir freuen uns über Ihre Anregungen zu dieser Stimmhilfe an stimmhilfe@mezzo-forte.de.

So geht's

    1. Zunächst wird auf allen Instrumenten (bis auf den Kontrabass) der Kammerton „a“ eingestimmt. Klicken Sie dazu auf Ihr Instrument und anschließend auf den Knopf“a“, danach auf den grünen „Play“-Button
    2. Die eigene A-Saite zusätzlich anstreichen, möglichst sauber, ohne viel Druck und mit langen Strichen.
    3. HÖREN!
    4. Die Wirbel nur dann drehen, wenn der Unterschied zwischen beiden Tönen sehr groß ist.
    5. Mittels Drehen am Feinstimmer der A-Saite nun die Saite so einstimmen, dass beide Töne wie ein einziger klingen.
    6. Bei nur kleinen Unterschieden in der Tonhöhe hört man „Schwingungen“, die umso länger werden, je näher man dem richtigen Ton kommt
    7. Immer wieder genau ZUHÖREN!
    8. Wenn die A-Saite stimmt, den gleichen Vorgang mit den anderen Saiten wiederholen.
    9. Wenn alle Saiten stimmen, jeweils zwei benachbarte Saite zusammen anstreichen (also A-E, A-D, D-G auf der Violine bzw. A-D, D-G, G-C auf Bratsche und Cello), um ein Gehör für die richtigen Quinten zu entwickeln.
    10. Im Idealfall klingen jeweils zwei Saiten ebenfalls völlig schwingungsfrei zusammen.
    11. Das Stimmen MÖGLICHST OFT üben und nicht entmutigen lassen, wenn es am Anfang lange dauert!
    12. Sonderfall Kontrabass: Mit der G-Saite oder der A-Saite anfangen, möglichst früh auch das Flageolet benutzen (1 Oktave höher).

Grundlagen in Kürze

Das Stimmen von Streichinstrumenten gehört zu den größeren Hürden, die ein Anfänger nehmen muss. Wenn man es einmal kann, erscheint es als die einfachste Sache der Welt, davor steht allerdings: Immer wieder üben!
Die Höhe eines Tons ist durch seine Frequenz definiert. Die Frequenz wird in Hz (Hertz) angegeben, was nichts anderes bedeutet als 1x/Sekunde. Der Kammerton „a“, der mit 440 Hz definiert ist, schwingt also 440 mal pro Sekunde.
Stimmt man seine Geige nicht auf genau 440 Hz, sondern beispielsweise auf 438 Hz (also ein wenig tiefer), ergeben sich Überlagerungen, die vom Ohr als unangenehme Schwingungen wahrgenommen werden. Gleiches gilt, wenn man einen Doppelgriff nicht ganz sauber spielt, insbesondere Quinten und Quarten (5-Ton bzw. 4-Ton-Schritte).
Geigen, Bratschen und Celli werden „quintenrein“ eingestimmt. Das bedeutet, dass die Frequenzen von benachbarten Saiten in einem ganzzahligen Verhältnis zueinander stehen, nämlich 2:3.
 Ist die A-Saite also auf 440 Hz eingestimmt, dann muss die E-Saite auf genau 660 Hz gestimmt werden. Man erhält dann eine „reine“ Quinte. Bereits bei sehr kleinen Frequenzabweichungen ergeben sich wieder die erwähnten Überlagerungen, die möglichst zu vermeiden sind.
Kontrabässe werden „quartenrein“ gestimmt. Das Frequenzverhältnis benachbarter Saiten beträgt hierbei 4:3.
Zur nächsthöheren Oktave hin verdoppelt sich jeweils die Frequenz (Verhältnis 2:1), nur nächstniedrigeren halbiert sie sich.

Hilfsweise können Streichinstrumente auch z.B. nach einem Klavier eingestimmt werden, das Ergebnis wird aber recht ungenau sein, weil Klaviere i.d.R. „wohltemperiert“, d.h. nicht quinten- und quartenrein gestimmt sind.

Will man den Kammerton a von einem Klavier abnehmen, dann empfiehlt es sich, nicht nur das „a“, sondern einen d-moll-Akkord (d-f-a) anzuschlagen, weil dieser eine bessere Abnahme ermöglicht.

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Dr. Jörg Kleinalstede
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